Die MADSACK Publishing Solutions hat sich mit Kathrin Froehlke, Leiterin der Blattplanung bei MADSACK, auf einen Kaffee getroffen, um mit ihr über Prozessanpassungen und kontinuierlichen Wandel gesprochen.

Wie trinken Sie Ihren Kaffee, Frau Froehlke?

Schwarz. Schwarz wie die Nacht.

Sie sind Leiterin der Blattplanung bei MADSACK – das beschreibt schon ziemlich gut die Aufgabe in Ihrer Abteilung. Können Sie das Daily Business der Blattplanung vielleicht trotzdem einmal kurz zusammenfassen?

Wir sind die Schnittstelle zwischen Anzeigenverkauf und Redaktion und fertigen täglich die Planung für die einzelnen Zeitungstitel und Wochenblätter. Dabei planen wir jeden Tag aufs Neue die einzelnen Seiten von insgesamt 19 Titeln mit 139 Ausgaben.

Wie teilt ihr euch das untereinander in der Blattplanung auf und wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seid ihr?

Wir rotieren zwischen den einzelnen Titeln in regelmäßigen Abständen und planen dabei jeden Tag aufs Neue die unterschiedlichen Ausgaben. Dabei stehen wir im ständigen Austausch mit den einzelnen Standorten. Neun unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sitzen jeweils in Hannover und Leipzig, drei in Lübeck und zwei in Rostock.

Hat sich die Struktur denn da verändert?

Ständig. Früher bestand die Abteilung aus deutlich mehr Personal. Jetzt haben wir mit der Hälfte an Personal doppelt so viele Seiten.

Wie kann das funktionieren?

Mit Struktur und Disziplin. Des Weiteren optimieren wir kontinuierlich die Prozesse. An allen Stellen, überall und das schon immer. Natürlich hat auch hier die technologische Weiterentwicklung seinen Teil beigetragen.

…und woher kommen die vielen zusätzlichen Seiten?

Vor allen Dingen liegt das an der Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) Produktion. Das ist eine riesige virtuelle Welt, die wir für den RND bauen. Diese riesige Welt ist keine Tageszeitungsproduktion, sondern bedeutet für uns, dem RND Redakteur möglichst wenig Arbeit zu verschaffen, sodass er eine einzelne Seite produziert und zack – hat er 14 Ausgaben. Die werden dann so geplant, dass sie schnell für die jeweilige Zeitung individualisiert werden können und sich dem Layout des jeweiligen Titels anpassen. Diese Seiten wiederum schicken wir dann auf unterschiedlichen Wegen in die verschiedenen Tageszeitungen. Dafür waren natürlich einige Prozessoptimierungen notwendig.

Haben Sie für die Prozessoptimierung ein konkretes Beispiel aus der Praxis?

Ja, allein schon die Strukturanpassung innerhalb der Titel. Dadurch, dass die Strukturen einheitlich sind und auch durch die RND Bestandteile, haben die Titel ein einheitliches Layout bekommen. Unsere Wochenblätter haben ebenfalls möglichst einheitliche Strukturen. Das hilft uns auch, wenn wir innerhalb der einzelnen Titel rotieren. Das allerwichtigste ist jedoch immer: mehr Disziplin und noch mehr Struktur. Sobald ein Termin überschritten wird, funktioniert die ganze Prozesskette nicht mehr. Und dadurch, dass wir so diszipliniert sind, sind wir auch allen , die ich bislang so kennengelernt habe, weit voraus.

Des Weiteren haben wir natürlich auch sehr leistungsstarke Systeme. Die Systemlandschaft ist sehr ausgefeilt, die Schnittstellen funktionieren gut und die Prozesse greifen sehr gut ineinander. Somit haben wir kaum Reibungsverluste innerhalb der Prozesse.

Um die einzelnen Seiten zu planen musstet ihr kontinuierliche Rücksprache mit der Redaktion und vor allen Dingen den Mediaberatern halten. Hat sich das heutzutage geändert?

Der ganze Prozess ist theoretisch so aufgebaut, dass wir nicht mehr miteinander sprechen müssen. Natürlich gibt es Anpassungen – aber möglichst wenige. Hinzu kommt, dass wir nicht mehr so eingeschränkt sind was beispielsweise die farbigen Seiten angeht. Wenn früher ein Kunde einen bestimmten Platzierungswunsch hatte und die Anzeige auch noch farbig war, musste man zusätzlich mit der Einschränkung umgehen, dass nicht alle Seiten in Farbe gedruckt werden konnten. Dass dies inzwischen möglich ist, erleichtert uns das Vorgehen. Wir wollen stets das Optimum produzieren, welches wir als Planer anbieten können.

Man muss aber natürlich ein Gespür für das lokale Geschäft haben, da sind die einzelnen Titel doch sehr unterschiedlich und das sollen sie ja auch weiterhin sein.

Wie meinen Sie das mit dem lokalen Geschäft?

Zum Beispiel, dass der Tageszeitungsverlag angibt, dass er auf der Titelseite höchstens ein Viertel der Seite mit Anzeigen belegen möchte und nicht mehr. Auch die Anordnung ist individuell unterschiedlich, so wie die Kunden es gerne hätten. Das Ganze ist auch aus der Historie herausgewachsen, die Leser sind die Strukturen im Umbruch so gewohnt und das sollen die Leser ja auch weiterhin bekommen. So haben wir für alle Titel „Fahrpläne“ entwickelt, wo alle Besonderheiten genau drinstehen. In die Feinheiten muss man sich zwar immer noch reinarbeiten, aber im Grunde kann jeder Planer für jeden Titel einspringen.

Was glauben Sie, wo die Entwicklung schlussendlich hingeht – was passiert mit der Print-Zeitung?

Ich kann mir vorstellen, dass es Print vielleicht länger geben wird als viele denken. Wenn es den klassischen Zeitungsleser vielleicht länger gibt als prognostiziert wird, dann muss das Produkt Tageszeitung auch immer noch auf vernünftigen Wegen produziert werden, so wie wir das hier derzeit machen. Und dafür müssen wir uns jetzt so aufstellen, dass es immer noch profitabel ist – auch bei weniger Exemplaren.

Was für Techniken habt ihr heute, die ihr früher nicht hattet?

Wir arbeiten fast ausschließlich mit unserem Blattplanungsprogramm ppi und das wird auch kontinuierlich angepasst und verbessert. Sobald neue Schnittstellen gebraucht werden und wir die Prozesse anpassen, müssen wir auch ppi wieder anpassen. Beispielsweise wenn wir jetzt für das E-Paper nochmal was anderes produzieren.

Sie haben ja bereits Ihre Ausbildung bei MADSACK gemacht…

… ja vor 32 Jahren.

Wie haben Sie den Wandel hier im Unternehmen wahrgenommen und was bedeutet er für Sie?

Naja das war ja schon immer so – ehrlich gesagt. Hier passiert ständig was irgendwie und irgendwo, man ist eigentlich so aufgewachsen hier. Es gab eine Veränderung und der wurde sich angepasst – man hat sich weiterentwickelt. Diese Prozessanpassungen hat es immer gegeben. Seit ich hier angefangen habe mache ich das mit und es ist ganz normal.

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